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E s t r i c h e                                                                         .



Schwimmende Estriche, die auf Dämmung oder Trennschichten eingebracht werden, verwölben sich durch unterschiedliches Schwindverhalten der oberen gegenüber der unteren Zone des Estrichs. Hervorgerufen wird dieser Effekt durch die unterschiedliche Austrocknung. In belüfteten Räumen trocknet die Estrichoberfläche schell aus, während die Unterseite auf der Trennfolie noch weiterhin feucht bleibt. Durch die Austrocknung findet eine Längenverkürzung auf der Oberseite statt, mit der Folge, dass sich die Estrichplatte noch oben besonders in den Ecken aufwölbt. Es wird hierbei vom Schüsseleffekt gesprochen, weil die Verformung übertrieben gesehen, die Gestalt einer Schüssel annimmt. Der Randbereich des Estrichs senkt sich wieder, wenn die untere Estrichschicht, in der Regel nach 28 Tagen, mit ausgetrocknet ist. Sofern Sockelfliesen zu früh gesetzt werden, entsteht durch diesen Trocknungsprozess ein Abriss einschl. der Eckversiegelung mit einer klaffenden Fuge zu den Bodenfliesen. Bei Fussbodenheizungen muss nach Erhärtung des Estrichs eine stufenweise Aufheizung in 5°-Schritten bis zur Betriebstemperatur gem. Herstellervorschrift erfolgen. Hierüber wird ein "Heizprotokoll" erstellt und den nachfolgenden Gewerken zur Kenntnis übergeben. Jeder Fliesenleger ist gut beraten,erst nach Vorlage des Heizprotokolls mit seiner Arbeit zu beginnen.

 

Randfugen verlaufen an allen Wänden und Stützen, um eine Verbindung zu den Wandbauteilen zu verhindern, um Längenänderungen durch thermische Einflüsse nicht zu behindern und ganz wichtig, um Schallübertragungen zu vermeiden. Die überstehenden Randstreifen dürfen vor Verlegung des Bodenbelags nicht abgeschnitten werden. Sowie Fliesenkleber oder Spachtelmasse in die Randfuge einlaufen, werden an diesen Stellen Körperschallbrücken gebildet. Die ordnungsgemässe Trennung des Estrichs lässt sich mittels Abklopfen ermitteln. Benötigt wird ein Hammer mit Hartkunststoffkopf. der Resonanzklang ist dumpf, wenn die Trennung in Ordnung ist, er wird hörbar heller an den Stellen, wo die Trennung zwischen Estrich und Wand „überbrückt „ wird.

 

Scheinfugen werden bis zur Mitte der Estrichdicke eingeschnitten und bewirken den kontrollierten Riss infolge Schwindverformungen. Nach vollständiger Aushärtung des Estrichs wird ein Verschluss der Fuge mit Reaktionsharz vorgenommen und ggf. mit Dübeln gesichert. Unkontrollierte Risse, die nach Aufheizung des Estrichs entstehen können, sind zwingend vor Verlegung von Fliesen oder Oberbelägen zu verschliessen. Die Rissbildung ist mit einer Trennscheibe zu vergrössern, um entsprechend mit Reaktionsharz vergossen werden zu können. Zusätzlich sind alle 30cm quer zum Riss Einfräsungen vorzunehmen und vor Verguss sogenannte Sanierungsklammern einzulegen.

 

Unterböden aus Holzspanplatten werden als Trockenestrich verlegt. Auch hier ist auf einen ausreichend breiten Randabstand, in der Regel 10-15mm, zu achten. Wichtig ist auch abgelagerte Lagerhölzer zu verwenden, da Hölzer mit höherer Einbaufeuchte nach Austrocknung störende Knarrgeräusche verursachen. Des weiteren sollte der Schraubenabstand von ca 40 cm in den Randbereichen auf 20-25cm verkürzt werden.

 
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